Scenesse in UK: NICE ist Scenesse zu teuer

Die UK-Behörde NICE, die mit der Zulassung von Medikamenten und der Erstattung durch die Krankenkassen in Großbritannien beschäftigt ist, empfiehlt nach einem vorläufigen Report, Scenesse in Großbritannien nicht zur Behandlung von EPP zuzulassen, da ihnen der Zugewinn an Lebensqualität nicht im richtigen Verhältnis zu den Kosten der Behandlung steht.

Dies ist zwar noch keine endgültige Entscheidung – die finale Entscheidung wird für den Mai 2018 erwartet – dennoch ist es ein Rückschlag für Clinuvels Bemühungen, Scenesse in Europa flächendeckend als neuen Standard zu etablieren.

Der vorläufige Report (mehr als 400 Seiten) beschreibt jedoch auch sehr bildhaft, welchem Leiden die Patienten ausgesetzt sind und wieviel Linderung die Behandlung mit Scenesse ihnen bringt (beschrieben in Form von Zitaten der Patienten), und enthält auch einige Experten-Statements, die bestätigen, dass Scenesse eine wirksame Behandlungsmöglichkeit für EPP darstellt.

Ob NICE hier ggf. nur Druck aufbauen will für erneute Preisverhandlungen (um Clinuvel vom Einheitspreis wegzubringen), oder ob man den britischen Markt abschreiben muss, bleibt abzuwarten und wird sich erst im Laufe des ersten Halbjahres 2018 klären.

 

 

Bewerten mit dem Kurs-Buchwert-Verhältnis

In zahlreichen Aktienbewertungen liest man oft das Argument, dass ein Unternehmen besonders günstig sei, weil es ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von weit unter 1 habe. Die implizierte Aussage: Für jeden Euro, den man in die Aktie steckt, bekommt man weit mehr Gegenwert in Form des Eigenkapitals in der Bilanz.

So einleuchtend dieser Ansatz klingen mag, führt er oft zu sogenannten Value Traps, auf Deutsch vielleicht „Wertfallen“. Dies hat zwei wesentliche Gründe: Zum einen sind die Gegenwerte zum Eigenkapital auf der Aktivseite der Bilanz nicht immer so werthaltig wie sie scheinen; zum anderen ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis nur eine Momentaufnahme, und berücksichtigt nicht, wie effizient das Unternehmen das Eigenkapital einsetzt. Schauen wir uns diese beiden Aspekte einmal genauer an:
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Clinuvel beantragt Patent für Afamelanotid bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems

Dies dürfte Aktionäre von Clinuvel freuen:

Clinuvel beantragt in den USA ein Patent zur Anwendung von Afamelanotid bei Erkankungen des zentalen Nervensystems (Patentantrag), z.B. für Demenz, Alzheimer, Multiple Sklerose, Parkinson, oder auch ALS (Amyotrophic Lateral Sclerosis) – das ist die Krankheit, für die im Rahmen der bekannten „Ice Bucket Challenge“ im Jahr 2014 Spenden eingeworben werden sollten.

Bisher hatte Clinuvel (zuletzt auf der Aktionärsversammlung in 2016) betont, dass sie zahlreiche weitere potentielle Anwendungen im Bereich der Photoprotektion (Schutz der Haut vor UV-Strahlen) sehen. Mit Erkrankungen des zentralen Nervensystems tut sich hier ein neues, sehr breites Anwendungsgebiet auf, dass aber im Pharma-Sektor auch starkem Wettbewerb unterliegt.

Clinuvel erhält Patent für Afamelanotid-Anwendung bei Vitiligo

Am 31. Oktober 2017 hat die US Patentbehörde den Patentantrag von Clinuvel für die Anwendung von Afamelanotid bei Vitiligo („Weißfleckenkrankheit“) positiv entschieden und das Patent erteilt(Patentschrift).

Damit ist ein wesentlicher Meilenstein erreicht, ein entsprechendes Produkt in den US exklusiv vermarkten zu können. Das entsprechende Produkt ist zwar noch nicht fertig entwickelt und noch nicht zugelassen; Clinuvel hat jedoch im letzten Geschäftsbericht (S.4) bekräftigt, sich nach der Marktzulassung von Scenesse in den USA hierauf zu fokussieren.

Die „Weißfleckenkrankheit“ (Vitiligo) führt bei betroffenen zu lokalen Störungen der Hautpigmentation. Dadurch entstehen insb. bei dunkleren Hauttypen deutlich sichtbare, weiße Flecken. Prominente Betroffene sind unter anderem Michael Jackson oder das Model ….

Es wird geschätzt, das weltweit ca. 65-95 Millionen Menschen von Vitiligo betroffen sind.

Clinuvel Geschäftsjahr 2016/2017: Umsatz steigt um +165%, Gewinn um +326%

Clinuvel Pharmaceuticals hat heute die vorläufigen Geschäftszahlen für das Geschäftsjahr 2016/17 (bis 30.06.2017) veröffentlicht.

Umsatzwachstum von beeindruckenden 165%, noch besser jedoch das überproportionale Gewinnwachstum um 326%. Diese Zahlen sind umso bedeutender, wenn man berücksichtigt, dass in einigen europäischen Ländern der Roll-out von Scenesse langsamer erfolgt als ursprünglich geplant.
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Bewertungsupdate (04/2017):
Clinuvel Pharmaceuticals Kursziel 20-24 EUR (>+300%)

Clinuvel Pharmaceuticals ist ein australisches Pharma-Unternehmen, das mit dem Wirkstoff Afamelanotide ein Molekül zur Marktreife gebracht hat, dass die natürliche Melanin(=Hautfarbstoff)-Produktion und dadurch bei zahlreichen Sonnenlicht-bedingten Erkrankungen deutliche Linderung verspricht. Wer meine grundsätzliche Investment-Hypothese noch nicht gelesen hat, kann dies hier nachholen.

Es ist einiges passiert in den letzten Monaten – Clinuvel hat Scenesse in mehreren europäischen Märkten für die Indikation EPP eingeführt; im größten europäischen Markt Deutschland wurde vom Spitzenverband der Gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen eine Preisvereinbarung mit Clinuvel getroffen, so dass die Patienten und Kliniken jetzt deutlich mehr Sicherheit hinsichtlich der Erstattung haben.

Deshalb ist es an der Zeit, ein kurzes Bewertungsupdate zu machen.
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Preis für Scenesse in Deutschland vereinbart (Clinuvel Pharmaceuticals)

Nach dem Clinuvel im Mai 2016 die Marktzulassung für Scenesse in Deutschland zur Behandlung von EPP erhalten hat, wurde nun durch den GKV-Spitzenverband (Interessensvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland) der finale Preis für das Präparat Scenesse festgelegt. Leider wurde die finale Preisvereinbarung nicht veröffentlicht; üblich sind jedoch Rabatte von ca. 20-30% auf den Listenpreis. Dies würde bedeuten, dass ein Implantat zwischen ca. 14.500 EUR und 16.500 EUR je Implantat. Bei 3-4 Implantaten pro Patient pro Jahr wären dies 43.000 – 66.000 EUR Umsatz je Patient und Jahr.
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